Der Bischof und der Regenbogen

Blogbeitrag Bürgerforum Schweiz, 23. Juni 2022


Schon vor seiner Wahl zum Bischof drängte sich der Gedanke auf, dass die LGBTIQ***-Lobby nach dem verhassten, "homophoben" Vitus Huonder mit Joseph Maria Bonnemain endlich einen wohlgesinnten Hirten auf dem Bischofssessel in Chur haben würde. Inzwischen hat sich gezeigt, dass Bonnemain den Genderisten nicht nur wohlgesinnt ist. Eben erst hat er sich sogar als aktiver Verteidiger und Förderer geoutet.


Im Rahmen des "Zurich Pride Festival 2022" fand am letzten Sonntag in der katholischen Kirche St. Peter und Paul ein Pride-Gottesdienst statt. Es kam zum Eklat. Christliche Aktivisten versuchten, den Gottesdienst zu stören, in dem sie ein Kreuz mit der Aufschrift "No Pride Month" in die Kirche trugen. Es gab schnell Widerstand durch einzelne Pride-Vertreter, worauf die Vermummten das Kreuz in der Kirche stehen liessen und das Weite suchten.


Als Bischof von Chur ist Bonnemain auch für die Zürcher Katholiken zuständig. Auf den Vorfall angesprochen liess Bischof Joseph Maria bei kath.ch verlauten: "Eine Kirche ist ein Ort des Gebetes, der Anbetung Gottes, des Friedens und der Geschwisterlichkeit aller Menschen. Deswegen haben Ideologien, Militantentum und Aggressivität jeglichen Couleurs dort keinen Platz.»


Aha!? 'Ideologien' sollen gemäss Bonnemain also keinen Platz in der Kirche haben. Die Aussage entbehrt nicht einer satten Portion Humor. Sicherlich ungewollt! Da findet in einer katholischen Kirche ein Pride-Gottesdienst der LGBTQI***-Lobby statt, und Bischof Bonnemain diskreditiert die christlich motivierten Störer als "Ideologen".


Diesen Steilpass liessen sich die Genderisten, die man früher noch Ideologen nannte, bei kath.ch und weiteren Medien natürlich nicht entgehen. Der Tages-Anzeiger brachte am 21.06.22 einen grossen Artikel über den Vorfall, in welchem an erster Stelle (!) das Bonmot des obersten Zürcher Katholiken zitiert wird. Bischof Joseph Maria avancierte also flugs zum Verteidiger der Gender-Lobby und zum Ankläger der vermutet "rechtsradikalen" Täterschaft.



Biblische Aussage zur Homosexualität: ABSTRUS!


Bonnemains Bonmot ist gut verständlich, wenn man seine Worte in Zusammenhang mit früheren Aussagen stellt.

  • Die NZZ fragte den neuerkorenen Bischof am 05.07.21: «Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Greueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft.» Wie interpretieren Sie diese Bibelstelle, die auch Ihr Vorgänger Huonder gerne zitierte? J.M. Bonnemain: "Die Richtschnur für die Interpretation des Alten Testamentes, in dem diese Sätze stehen, ist das Neue Testament. Christus liebt alle Menschen uneingeschränkt, unabhängig von ihrem Verhalten. Das ist die richtige Deutung für eine derart abstruse Aussage." Da Herr Bonnemain eine Bibelstelle als abstruse Aussage bezeichnet, hat er sich als Wohlfühl-Theologe geoutet, der mit selbstgewählten Bezügen zum Neuen Testament wohl fast jede beliebige Theorie vertreten kann.

  • Der Schweizer Illustrierten hat J.M. Bonnemain am 28.03.21 anvertraut, dass Homosexuelle weder bessere noch schlechtere Menschen seien als Heterosexuelle. Und, dass er Segnungen Homosexueller nicht ausschliesse. Er übergeht dabei, dass auch das Neue Testament die Homosexualität an mehreren Stellen klar als Sünde benennt, was eine Segnung ausschliesst.

  • Auch beim in der katholischen Kirche heissumkämpften Thema 'Frauen und kirchliche Leitungsaufgaben' geht der Bischof einen weltoffenen Weg. Gegenüber dem Medienportal Kath.ch liess er am 05.07.21 verlauten: "Es müssen Wege gesucht werden, um mit ihnen auch Schlüsselpositionen zu besetzen. Aktuell ist es von der Kirche nicht so vorgesehen, es ist aber eine Entwicklung im Gang." Bezüglich der Ordination der Frauen für priesterliche Dienste hält sich Bonnemain diplomatisch bedeckt: "Wenn man sich nicht klar für das Frauenpriestertum ausspricht, ist das keine Negation, sondern eine besonnene Art zu antworten. Die Frage der Frauenordination kann nicht mit einer plakativen Antwort beantwortet werden."

Gut möglich, dass die LGBTQI-Lobby ihrem Verteidiger Joseph Marie Bonnemain da weiterhelfen kann. Sie könnte dem Bischof ja einen gütlichen Vorschlag zu einer schnelleren Lösung der Frauenfrage in der katholischen Kirche vorlegen. Demnach müssten die interessierten Frauen beim Zivilstandsamt lediglich ihr Geschlecht ändern lassen. Operationen sind ja nicht mehr zwingend. Nur noch ein kurzer Verwaltungsakt für Fr. 75.00. Danach könnten die Ex-Frauen ihren kirchlichen Dienst im Bistum Chur als Männer ausüben. Gender locuta, causa finita.


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