Löffeln wir die Berner Corona-Suppe gemeinsam aus!

Aktualisiert: Mai 18


von Daniel Regli, 11.05.2020



Die Fronten sind hart

Für die einen ist die Corona-Politik des Bundesrates das grösste Staatsversagen seit dem Schweizer Kriegsgang in Marignano im Jahr 1515.

Für die andern hätte der Bundesrat, um das Volk richtig zu schützen, einen totalen Lockdown verhängen sollen, so wie Italien und Frankreich.

Konkordanz als Weg aus der Krise

Konkordanz ist ein gut Schweizerischer Weg, den wir seit Jahrhunderten erfolgreich beschreiten. Die gegnerischen Lager fassen sich ein Herz (cor = lateinisch Herz), und suchen einen versöhnlichen Weg.

In Kappel einigten sich die Katholiken und die Reformierten 1529 darauf, Milchsuppe zu essen, statt Krieg zu führen. Zwar kam es dann 1531 doch zum Waffengang, in welchem Huldrych Zwingli (1484-1531) starb. Dennoch war die Konkordanz künftig wichtiger als Krieg, und die Schweiz blieb wunderbar verschont, als sich Europa im 30-jährigen Krieg (1618-1648) in Schutt und Asche legte.

Auch im letzten Bürgerkrieg 1847 dominierte die Versöhnlichkeit. General Guillaume Henry Dufour (1787-1875) befahl, milde mit dem Feind umzugehen. Es gab knapp 150 Tote. Seither dominiert die Konkordanz die Schweizerische Politik; auch in Zeiten der sozialen Verwerfungen (Landesstreik 1918).

Corona-Suppe auslöffeln

Durch die bundesrätlich verfügten Corona-Massnahmen hat die Schweiz einen unermesslichen sozialen, volkswirtschaftlichen und politischen Schaden erlitten. Wir können nach Aufhebung des partiellen Lockdowns nicht einfach zur Tagesordnung übergehen!

Ein Lager fordert schonungsloses Aufdecken der Politik und harte Massnahmen im Falle von Fehlleistungen der Verwaltung und Fehlentscheidungen der Regierung.

Das gegnerische Lager will endlos Geld verteilen, um den Schaden zu heilen. Beim kleinsten Anzeichen einer 2. Corona-Welle wollen diese Personen den nächsten Lockdown beschliessen.

Aspekte einer möglichen Konkordanz nach Corona könnten u.a. sein:

  • Die Ängste der Mitmenschen, ob sie nun nebenan wohnen oder im Bundesrat sitzen, sind zu achten. Ängsten ist nicht primär mit rationalen Argumenten beizukommen, sondern mit Respekt. Notfalls braucht's einen Schuss vor den Bug, um den gesunden Menschenverstand wieder wachzurütteln.

  • Die PR von Bundesrat und BAG muss differenzierter, umfassender und ausgewogener geführt werden, um geschürte Ängste in der Bevölkerung abzubauen. Bisher weitgehend ausgeblendete Sachverhalte, sind öffentlich zu diskutieren. Die Thesen von nicht zeitgeistkonformen Fachleuten sind zu gewichten, zu publizieren und durch die Regierung zu kommentieren.

  • Alarmistische Medien (elektronisch und Presse), welch primär Panikmache betreiben, sind von der Regierung öffentlich zu kritisieren und zu widerlegen.

  • Die Haltung von Seniorinnen und Senioren, welche Corona nicht um jeden Preis vermeiden wollen, muss konstante Erwähnung in der öffentlichen Diskussion finden. Sterben gehört zum Leben und es gibt gereifte Menschen, welche den körperlichen Tod keineswegs als Feind betrachten.

  • Die Grundlagen der Corona-Politik ab Januar 2020 sind umfassend zu publizieren. Fehlbaren Verantwortlichen sind möglichst versöhnliche Abgänge aus ihren Positionen zu ermöglichen.

  • In gemeinsamer Planung sollen Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die Pandemiepläne überarbeiten, um ein besseres Verhalten im Falle einer 2. Coronawelle oder weiterer "Epidemien" festzulegen. Über diese Arbeit ist dem Souverän, der Bevölkerung, stets transparent zu berichten.

  • Basisdemokratische Aktionen und Demonstrationen sind umgehend mit Augenmass zu bewilligen. Die Stimmen von der Strasse und vom Stammtisch gehören in die öffentliche politische Ausmarchung und Neugestaltung.

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